Zurück in die Zukunft?

Ach nee, wer hätte damit gerechnet? Alles hatte ich bereits für die vorgezogene Rente für langjährig Versicherte geplant, die ein Jahr vor der „regulären“ im April 2022 starten sollte. Und nun? Vorgestern kam das Päckchen mit den neuen Visitenkarten.

Ich habe schon im letzten Jahrzehnt stets keck behauptet, dass ich eigentlich täglich das gleiche mache wie seit 1987 – nur eben, dass ab und zu wieder jemand anders das Gehalt zahlt: Reportagen, Interviews, Tests, Neuentwicklungen vorstellen, Klassiker aus der Versenkung holen – das übliche Journalistenprogramm also, das mich immer wieder fasziniert hat.  Ab Oktober gehöre ich wieder zum VISIER-Team, das ich 2013 zunächst verlassen hatte. Der Kontakt riss aber nie ab, dann ergab sich vor ein paar Wochen eine unerwartete Möglichkeit. Jetzt bin ich Content und Social Media Manager, zuständig für die Zeitschrift VISIER, aber zur anderen Hälfte für die Online-Plattform All4Shooters. Deren Anfänge hatte ich 2012 noch mit eingeleitet, und ich finde es toll, wie prächtig sich das digitale Angebot seitdem entwickelt hat.

Heutzutage kann man auch solche Jobs ferngesteuert erledigen, und mit dem Home Office habe ich auch ohne Corona schon ein paar Jährchen Erfahrung aufzuweisen. Neue Technik wie etwa Microsoft Teams erleichtern auch die visuelle Kooperation mit den Kollegen, die inzwischen ja in Nassau an der Lahn ansässig sind. Alle paar Wochen steht dann wohl ein realer Besuch an, worauf ich mich schon jetzt freue: die Gegend zwischen Koblenz und Wiesbaden und besondern die Täler von Rhein und Lahn haben mich schon begeistert, als ich noch dort im „blauen Ländchen“ wohnte (immerhin 18 Jahre lang!).

Hier mein Ab-und-Zu-Arbeitsplatz mit Bootsverleih vor dem Fenster, der Burg Nassau über uns den Berg hoch und die Bäderstraße vor der Tür, das kann sich sehen lassen, oder?

Also, man liest sich vielleicht hier seltener, dafür online und/oder im Heft wieder verstärkt.

Ulrich Eichstädt

 

Ich steak im Dilemma

Die MAREDO-Restaurantkette geht in die Insolvenz – und mir gehen fast fünf Jahrzehnte Steak-Geschichte durch den Kopf.

NEU – mit Happy End am Ende des Beitrags!

Mein erstes Mal, ja, das war im August 1973 – in „Link’s Weinstube“ in Wiesbaden-Schierstein. Dort aß ich, gerade 16 Jahre alt und mit meinem Verein unterwegs, mein erstes Rumpsteak. 4/5 des Fleisches war pure Fleischeslust, der Rest ein für mich ekliger, leider bis dahin unter einer Pfeffersauce versteckter Fettrand. Ich lernte, dass Rumpsteaks immer einen Fettrand haben und dass ich sie folglich mein Leben lang meiden würde. „Ich steak im Dilemma“ weiterlesen

Oje, du Fröhliche…

Man könnte meinen, es sei noch Herbst: Rin inne Kartoffeln, raus ausse Kartoffeln, so wie der Westfale treffend Situationen beschreibt, in denen keine klare Linie, sondern sich aufhebende Anordnungen vorherrschen: Corona und Weihnachten, eine (fast) unendliche Geschichte.

 

Einmal werden wir noch wach – dann, ja dann ist Weihnachten 2020 da. Sozusagen Weihnachten 2.0, denn in dieser Form hat es die Menschheit (ja, so verwegen darf man es formulieren) noch nicht erlebt. Corona hat uns im Griff, und ob die diversen in Windeseile entwickelten Impfstoffe rechtzeitig in unsere Blutbahnen geraten, wissen wir noch nicht. Ohnehin wird es nach dem Motto laufen „Blumenkohl ist heute alle, nehmen Sie doch stattdessen Fisch, der sättigt auch!“ – die durchaus unterschiedlichen Ansätze der verschiedenen Impfstoff-Entwickler führen ja dazu, dass unsereins nicht nur entscheiden muss, ob er geimpft werden will oder nicht, sondern es auch nicht feststeht, welcher Impfstoff nun „gerade im Angebot“ sein wird, wenn man an der Reihe ist.

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Brain-Dump 1.0

Brain artificial
Wüste Zeiten sind das. Seit neun Monaten beutelt uns Corona, mit unabsehbaren Folgen für die gesamte Menschheit, sei es wirtschaftlich, gesundheitlich oder einfach zwischenmenschlich.
Brain artificial
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Als Home-Office-Arbeiter hatte ich sozusagen schon einen Vorsprung vor allen anderen, die zwangsweise von daheim aus arbeiten und sich erst einmal organisieren mussten. Auch lassen sich fertige Texte ohne jeden persönlichen Kontakt erstellen, verarbeiten und an den Empfänger weiterleiten, die passenden Bilder gleich mit. Die Fachredaktionen und andere Kunden hatten die Krise auch verhältnismäßig unbeschadet (bis jetzt) überstanden und blieben als Abnehmer meiner Artikel erhalten.

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Auf eigenen Füßen

…und auf eigene Verantwortung: Seit dem 1. Juni arbeite ich als selbstständiger Texter, Autor und Fotograf im Home Office.
Fachbuecher
Nur ein kleiner Teil der gedruckten Fachbücher, die hinter mir stehen – wortwörtlich.

Also, bis auf die „eigene Kasse“, aus der ich mich jetzt höchst bescheiden bezahle, bleibt es die gleiche Tätigkeit wie (bis dato aber nur nebenberuflich) schon die letzten drei Jahrzehnte.

Dass ich mit mittlerweile 63 Jahren dabei noch mit einem Gründungszuschuss für sechs Monate mit der Option auf neun weitere Monate (dann etwas weniger Geld) starten kann, hatte mich auch überrascht. Aber bei der Agentur für Arbeit ist ein nun selbstständiger Journalist immer noch besser als ein arbeitsloser. Kann auch sein, dass es einfach nur aus einer anderen Kasse gezahlt wird und die Arbeitslosen-Statistik aufhübscht, die während und hoffentlich bald nach Corona in den Keller rauschen dürfte.

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Das geht jetzt sicher viral…

Nee, nicht schon wieder ein Beitrag zu/über Corona – das Thema lässt sich aktuell aber kaum ausblenden. Als Diabetiker über 60 bin ich Angehöriger von gleich zwei sogenannten Risikogruppen, was mir heute schmerzlich bewusst wurde, als ich bei meinem Hausarzt die vom Gesundheitsministerium empfohlene Pneumokokken-Impfung abholen wollte. Das soll die verkomplizierende Gefahr einer möglichen Lungenentzündung mindern. Denkste – der Impfstoff Pneumovax23 hat nicht nur am Ort, sondern bundesweit und sogar weltweit Lieferengpässe. Nun stehe ich auf einer Warteliste beim Apotheker meines Vertrauens, der mir das erforderliche Rezept gleich abnahm: „Es gibt nämlich Rezepttouristen, die das Medikament bei mir, aber auch bei 5-6 anderen Apotheken bestellen…“

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Erstens kommt es anders…

Mehr zu diesem Messer und anderen Messern quer durch Europa gibt es im nächsten VISIER-Special 96 „Messer“ – auch an dieser alten Wirkungsstätte bin ich wieder aktiv.

… zweitens, als man denkt: Recht überraschend laufen meine beiden 50-Prozent-Jobs als Pressereferent beim Büchsenmacher-Verband wie beim Bund Deutscher Sportschützen aus. Über die Gründe schweige ich mal vornehm und mit Rücksicht auf die auch nach einer Kündigung geltende Verschwiegenheitspflicht. Beide sind ja e.V., also eingetragene Vereine, vielleicht kommen sie dann ja mit einem ehrenamtlichen gewählten Pressewart besser und günstiger zurecht…

Ich jedenfalls mache mich nun mit zwei Jahren Verspätung doch noch selbständig, allerdings im seit über drei Jahrzehnten vertrauten Metier rund um die Themen Sportschießen, Waffen, Messer, Outdoor. Das Home Office in Dortmund bleibt, die Besuche bei zahlreichen Veranstaltungen, Messen usw. und die Kameratasche als ständiger Begleiter ebenfalls – nur trage ich jetzt mal meinen eigenen Hut. Nach Erstellung und Genehmigung des Businessplans für die ersten zwei Jahre kann es endlich fachlich mit dem Schreiben losgehen – genügend Anfragen und eigene Ideen für Beiträge in mehreren Fachzeitschriften sind vorhanden. Darüber hinaus bleibt dennoch Zeit, auch als PR-Texter für Unternehmen tätig zu werden. Nähere Infos unter mail@ulrich-eichstaedt.de

 

Ein kleinet Päusken einlegen

Sonne und Strand

Es ist ja verdächtig ruhig in meinem Uliversum geworden seit letztem Juni. Naja, zum einen hatte ich wegen der DSGVO-Regelungen einiges abgeschaltet, zum anderen (damit hängt auch „zum einen“ zusammen) habe ich genug zu tun beruflich wie privat, da blieb keine Zeit für’s Bloggen.

Bis auf weiteres dürft ihr euch weiter an der Fassade der Dortmunder WestLB erfreuen, ich erfreue mich derweil an der Costa del Sol, so etwa bis Ostern. Tschüssle!


Uijuijui, EU – und nu?

Da denkt man, mit dem Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung DSVGO und der ersten moderaten Abmahnungswelle sei die aktuellste Gefahr gebannt. Da trifft heute die Meldung über ein wahrscheinlich viel drastischeres Urteil des Europäischen Gerichtshof in Luxemburg ein. Die Richter haben entschieden, dass Betreiber von Facebook-Seiten für Facebooks (potentielle) Datenschutzverstöße mithaften. Nicht nur das: Das Urteil gibt offenbar her, ähnlich auch gegen andere Social-Media-Dienste, Blogs, YouTube-Videos usw. vorzugehen.

Das Kommunikationsmittel der Zukunft? Schnurgebunden, ohne Bildrechte (doch, dies: Pixabay), back to the roots…

 

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Fünfmal werden wir noch wach…

…dann ist sozusacke die Kacke am Dampfen – jedenfalls, wenn man per Google im Web nach aktuellen Ansichten zur Datenschutz-Grundverordnung (DSVGO) sucht. Selten wurde eine derart (vermutlich) weittragende Gesetzesregelung so dilettantisch von der Bundesregierung und den beteiligten Bundesbehörden eingeführt,  während die umliegenden EU-Nationen ihre Umsetzung der DSVGO in nationales Recht mit zahlreichen Anpassungen versehen haben, um zumindest diejenigen, die von Berufs wegen mit dem Datenschutz zu tun haben, vor den rechtlichen Folgen zu schützen. In Deutschland erdreisten sich noch im März die Vertreter des Innenministeriums, bei einer extra anberaumten Tagung des Bundesverband Deutscher Pressesprecher keinen Handlungsbedarf zu sehen, gemäß dem rheinischen Grundgesetz „Et is noch immer joot jejange“.  Der BdP fordert weiterhin (vergeblich) Bund und Länder auf, tätig zu werden, um unter anderem eine drohende Abmahnwelle ab dem 25. Mai zu verhindern oder zumindest abzumildern. Denn während die sogenannte „institutionalisierte Presse“ relativ problemlos auch weiterhin etwa Fotos von Veranstaltungen veröffentlichen darf, sieht das für Unternehmen (also auch Pressesprecher), aber auch für private Fotografen, Vereinschronisten und den Pressewart des Karnickelzuchtvereins wahrscheinlich düster aus.

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