Auf eigenen Füßen

…und auf eigene Verantwortung: Seit dem 1. Juni arbeite ich als selbstständiger Texter, Autor und Fotograf im Home Office.
Fachbuecher
Nur ein kleiner Teil der gedruckten Fachbücher, die hinter mir stehen – wortwörtlich.

Also, bis auf die „eigene Kasse“, aus der ich mich jetzt höchst bescheiden bezahle, bleibt es die gleiche Tätigkeit wie (bis dato aber nur nebenberuflich) schon die letzten drei Jahrzehnte.

Dass ich mit mittlerweile 63 Jahren dabei noch mit einem Gründungszuschuss für sechs Monate mit der Option auf neun weitere Monate (dann etwas weniger Geld) starten kann, hatte mich auch überrascht. Aber bei der Agentur für Arbeit ist ein nun selbstständiger Journalist immer noch besser als ein arbeitsloser. Kann auch sein, dass es einfach nur aus einer anderen Kasse gezahlt wird und die Arbeitslosen-Statistik aufhübscht, die während und hoffentlich bald nach Corona in den Keller rauschen dürfte. Mit Hilfe meiner exzellenten Steuerberaterin, diversen Gründungshilfen und einer Menge schlauer und auch weniger schlauer Bücher habe ich meinen Businessplan erstellt, der die Grundlage und Voraussetzung für die Zuschuss-Genehmigung war. Der Textteil, der meine Kenntnisse, Kontakte und Kommunikationswege umschreibt, war schnell erledigt – danke an die Chefredakteure, die mir ihre „Abnahmebereitschaft“ für Artikel zugesichert haben.

Der Flaschenhals bei der gesamten Kalkulation bin ich halt höchstpersönlich: Die Texte schreibe ich selbst und bringe dort meine Fachkenntnis ein, also kann ich auch keinen Ghostwriter engagieren. Die Büroarbeit mit monatlicher Steueraufbereitung, die Auftragsacquise und die Rechnungsstellung (der zweittollste Teil des neuen Jobs) erfordern aber zumindest in der Startphase einen hohen Zeitanteil. Und zwischendurch will ich diese Website hier mit philosophischen Gedanken zur Jobwerdung füllen, aber schon möglichst bald mit Referenzen und Textproben für neue Kunden. Aktuell bin ich schreiberisch bis zum Jahresende 2020 ausgebucht, die zwei nächsten Jahre sind per Hochrechnung verplant  – und schließlich ist es einer der wenigen Berufe, die ich selbst im Quarantänefall störungsfrei ausüben könnte…

Wer also jemanden kennt, der jemanden kennt, der Bedarf an hoffentlich guten und ungewöhnlichen Texten hat, der immer noch frische Ideen sucht, dies, gepaart mit einem Dritteljahrhundert Branchenkenntnissen – a bisserl was geht allaweil, wie Monaco Franze es ausdrückte, und da Zeitschriftenartikel meist erst nach Veröffentlichung bezahlt werden, bleibt hier und da noch eine Schaffenslücke.

Übrigens: Hinweise, Daumendrücken und auch Kritik gern und nur an kontakt@ulrich-eichstaedt.de – die Kommentarfunktion dieser Website hatte ich schon zum DSGVO-Start deaktiviert, für eine ständige Kontrolle der Einträge bleibt momentan keine Zeit…

 

Uijuijui, EU – und nu?

Da denkt man, mit dem Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung DSVGO und der ersten moderaten Abmahnungswelle sei die aktuellste Gefahr gebannt. Da trifft heute die Meldung über ein wahrscheinlich viel drastischeres Urteil des Europäischen Gerichtshof in Luxemburg ein. Die Richter haben entschieden, dass Betreiber von Facebook-Seiten für Facebooks (potentielle) Datenschutzverstöße mithaften. Nicht nur das: Das Urteil gibt offenbar her, ähnlich auch gegen andere Social-Media-Dienste, Blogs, YouTube-Videos usw. vorzugehen.

Das Kommunikationsmittel der Zukunft? Schnurgebunden, ohne Bildrechte (doch, dies: Pixabay), back to the roots…

 

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Fünfmal werden wir noch wach…

…dann ist sozusacke die Kacke am Dampfen – jedenfalls, wenn man per Google im Web nach aktuellen Ansichten zur Datenschutz-Grundverordnung (DSVGO) sucht. Selten wurde eine derart (vermutlich) weittragende Gesetzesregelung so dilettantisch von der Bundesregierung und den beteiligten Bundesbehörden eingeführt,  während die umliegenden EU-Nationen ihre Umsetzung der DSVGO in nationales Recht mit zahlreichen Anpassungen versehen haben, um zumindest diejenigen, die von Berufs wegen mit dem Datenschutz zu tun haben, vor den rechtlichen Folgen zu schützen. In Deutschland erdreisten sich noch im März die Vertreter des Innenministeriums, bei einer extra anberaumten Tagung des Bundesverband Deutscher Pressesprecher keinen Handlungsbedarf zu sehen, gemäß dem rheinischen Grundgesetz „Et is noch immer joot jejange“.  Der BdP fordert weiterhin (vergeblich) Bund und Länder auf, tätig zu werden, um unter anderem eine drohende Abmahnwelle ab dem 25. Mai zu verhindern oder zumindest abzumildern. Denn während die sogenannte „institutionalisierte Presse“ relativ problemlos auch weiterhin etwa Fotos von Veranstaltungen veröffentlichen darf, sieht das für Unternehmen (also auch Pressesprecher), aber auch für private Fotografen, Vereinschronisten und den Pressewart des Karnickelzuchtvereins wahrscheinlich düster aus.

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Auf zwei Neue!

IWA-Eingang am Eröffnungstag 2017 (UE-Foto)

Unverhofft kommt oft – wie kurz im letzten Beitrag geschildert, lief die branchenwichtigste Messe, die IWA Anfang März in Nürnberg, aus beruflicher Sicht sehr gut für mich.  So gut, dass gleich mehrere Verbände anfragten, ob ich für sie nicht vollzeitlich oder zumindest in Teilzeit die Öffentlichkeitsarbeit übernehmen könnte. Da dies aber am letzten Messetag, am Montag, innerhalb weniger Stunden passierte und mir wie jedem anderen in der Regel nur 40 Wochenstunden zur Verfügung stehen, gab es nach der Heimkehr noch einiges zu organisieren. (jetzt mit Update, ganz unten…)

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Bridge over troubled water? Offenbar nicht.

Noch habe auch ich samstags Ruhetag – Zeit, die überraschend eingetroffenen Kommentare freizuschalten (danke für die aufmunternden Worte!) und die letzten vier Tage zusammenzufassen.

 

 

Im Jobcenter, einen halben Tag vor der gefürchteten Arbeitslosigkeit – eher klappte es nicht (konkreter: die letzten dreieinhalb Monate lang) . Aber eine erfahrene Berufsberaterin, die meine bisherige Eigeninitiative anerkennt, bringt es auf den Punkt: „Morgen dürfen Sie feiern! Denn um den Gründungszuschuss für eine selbständige Tätigkeit beantragen zu können, den Sie bei Ihren Plänen fast sicher bekommen würden, müssen Sie mindestens einen Tag lang arbeitslos gewesen sein.“

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Zweimal werden wir noch wach… (mit Update)

Ein komisches Gefühl. Nach 30 Jahren als angestellter Volontär, Redakteur, Chefredakteur und Pressesprecher beginnt am 1. Februar die nächste Phase – als freiberuflicher Journalist, Fotograf und Ideenschmied.

Was vorher geschah: die Pressestelle (die aus Me, Myself & I bestand) wird zum Februar aufgelöst. *) Die letzten drei Monate als „Geheimnisträger“ seit Oktober bei vollem Gehalt freigestellt, daheim den Schock verdauend und neue Pläne machen, andenken, zweifeln, verwerfen. Allein über diesen Zeitraum lohnt ein Buch, vielleicht später mal. Also die ersten zwei, drei Bewerbungen meines Lebens schreiben. Bisher wurde ich nur abgeworben und musste mich nicht selbst anbieten. Mit 60 wohlgemerkt, auch wenn ich mich selbst deutlich jünger fühle. Und 200 Bewerbungen am Fließband versenden? Ich will doch nur einen Job, nicht so drängeln. Mich gut verkauft im Vorstellungsgespräch, aber zumindest diesmal überqualifiziert und (wäre ich angenommen worden) unterbezahlt.

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